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Gäste Gedichte und Briefe Aktiv und Vital Hotel Residenz Bad Griesbach

Unsere Gäste Gedichte und Briefe im Aktiv und Vital Hotel Residenz in Bad Griesbach

Heimatverein Spangenberg e. V.
 
 
Wanderwoche in Niederbayern / Bad Griesbach
vom 19. bis 26. September 2010
 
 
 
Wie es Brauch – so heute auch:
dass ich wieder ’mal berichte
und das Ganze auch noch „dichte“,
was sich so hat zugetragen
in unsern sieben Wandertagen.
 
Sonntag, 19. September 2010 - Der 1. Tag
 
Am Sonntagmorgen - pünktlich um halb Acht –
hat der Alheimer Bus bei uns halt gemacht.
Wir glaubten es kaum, denn wer fuhr vor?
Der Firma Wiesemanns Junior !
 
Drei Wochen war der Christian krank,
nun fuhr er wieder – Gott sei Dank!
Er wollt’ es einfach ausprobieren,
uns nach dem Süden zu kutschieren.
 
Vom Spangenberger Sonnenschein
fuhren wir nach Melsungen in den Nebel hinein.
Helga, Bärbel und auch Ehrhart
waren dort bereits am Start.
 
Wir fuhren nicht zur Autobahn hinauf,
über die Landstraße ging der Verlauf.
Mir war das ganz recht, denn an diesem Morgen
machte der Nebel mir richtige Sorgen.
 
Uli sie ganz schnell zerstreute:
„Ja, wohin fahren wir denn heute?
Mit den tollen Nebelschleiern
werden wir eingestimmt auf Bayern.
Das ist nämlich Weihrauch, den Ihr dort seht,
der wird Euch schon mal entgegen geweht.“
 
Wir sind dann wie einst vor 20 Jahren
wieder einmal durch Thüringen gefahren.
Manch Wahrzeichen wurde wieder entdeckt,
das sich in unserm Gedächtnis versteckt.
 
Die Wartburg vor allem, der Thüringer Wald,
die Drei Gleichen und ihre Geschichte uralt,
wir sausten an den Städten am Wege vorbei
und hörten Geschichten allerlei.
 
Nach Dresden wiesen die Autobahnschilder,
dabei erwarteten wir andere Bilder,
und prompt bog Christian in Hermsdorf rechts ab,
und wir fuhren ins Fränkische hinab.
 
Unterwegs grüßten die Plothener Teiche
mit ihren Wässern aus dem Himmelreiche,
und die Gegend, in der wir vor ein paar Jahren
auch einmal zum Wandern waren.
 
Schließlich gelangten wir nach Marktredwitz,
dort verließ Christian seinen Busfahrersitz.
Seinen Platz nahm nun Vater Günter ein,
der seit Jahren schon Mitglied in unserm Verein.
 
Er fuhr uns weiter zu einer Stadt,
von der noch niemand ’was vernommen hat.
Uli und Inge hatten sie entdeckt
und sofort zur Besichtigung gechekt.
 
Kallmünz stand also im Programm, das Uli gemacht,
und wer von uns hätte gedacht,
dass es dies schöne Städtchen an der Nab
auf unserem Weg in den Süden gab.
 
Eine Burgruine über dem Städtchen thront,
der Aufstieg sich ganz sicher lohnt.
Jedoch, ich gestehe, ich wollt’ lieber genießen
im Cafégarten Apfelstrudel, einen süßen.
 
Der Turm vom malerischen Rathaus
schien abzustürzen, so sah es aus.
Die barocke Kirche voller Pracht,
hat mich richtig angemacht.
So viel Gold und Kerzenschein
leuchtet nicht bei uns daheim.
 
In einer malerischen Gasse
gibt es eine ganze Masse
Galerien der Avant garde
und Künstler auch, zum Teil aparte.
 
Die Nab hinab zur Donau hin
richteten wir nun unseren Sinn.
Pünktlich am Abend um 18.00 Uhr
Günter Wiesemann beim Hotel vorfuhr.
 
Die Zimmer waren alle fein,
ich hatte eins für mich allein.
Morgen für Morgen gab es ein tolles Buffet,
da fehlte nichts vom Müsli bis zum Kaffee.
 
Montag, 20. September 2010 – Der 2. Tag
 
Am 2. Tag scheuchte uns Uli auf
zu einem „Hochwaldstraßenlauf“.
Bergauf, bergab durch Dörfer und Felder,
hinein auch in kleine Haine und Wälder.
In Weiler und Bauernhöfe wir blickten,
die Obst- und Blumengärten uns entzückten.
Im tiefen Tann versteckt der „Drachen“ –
wir steckten ihm einen Zweig in den Rachen.
Der „Hohle Stein“ lud uns nicht ein,
die Höhlen waren für uns zu klein.
Der „Kultsteinbrunnen“ allerdings war
für mich schon unheimlich sonderbar.
 
Tief unter einem Brückenstein
murmelte ein Wässerlein.
Merkwürdige Zeichen trug der bemooste Granit,
was er sagen wollte, verstand ich nit.
 
Hölzer und Steine lagen an dem seltsamen Ort,
selbst eine Jakobsmuschel fand sich dort.
Die folgende Rast am Wiesenrain
ließ den unheimlichen Ort vergessen sein.
 
Und schließlich konnten wir uns laben
im Kröckerl-Stüberl an köstlichen Gaben 
einer Kuchenbäckerin,
die für üppige Torten den rechten Sinn.
 
Der Weg ging weiter zur Kirche in Weng,
auf dem schon Bruder Konrad ging.
Diesen Heiligen verehren noch heute
aus dieser Gegend die frommen Leute.
 
 
Dienstag, 21. September 2010 – Der 3. Tag
 
Der 3. Tag führte uns über den Inn
zum Nachbarländle Österreich hin.
Wie ist es heute doch so leicht,
dass man das Nachbarland erreicht.
 
Kein Zöllner hält die Kelle hoch
und fragt gar nach dem Passe noch.
Meist gibt es keine Schwierigkeiten,
auch keine langen Wartezeiten.
 
War es uns früher manchmal bang,
merkt man heut’ kaum den Übergang.
Will man was kaufen auf der Reise,
gibt’s keinen Irrtum bei dem Preise.
Die Währung ist jetzt meistens gleich,
den Euro hat auch Österreich.
 
So fuhren wir an diesem Morgen
ohne Grenzen, ohne Sorgen
über den Inn nach Schärding hin.
Die Promenade am Fluss entlang
lud uns ein zum Stadtrundgang.
Zu den „Hängenden Gärten“ zog es die einen,
die anderen kauften Lebzelten, die feinen,
die bunten Häuser wurden fotografiert,
Hochwassermarken am Wassertor studiert,
St. Christopherus spritzte einige nass,
ich ging derweil am Fluss fürbass.
 
Ein weißes Schloss liegt der Stadt gegenüber,
der Inn holte sein Spiegelbild herüber.
Auf dem Wasser wippten alte Boote
mit einer ganz besonderen Note:
 
Umfunktioniert zur Blumenrabatte,
mit Erde gefüllt, nein, keine Attrappe.
Blühende Astern schmückten die Nachen
- was machen die Schärdinger doch für Sachen.
 
Die Stadt wirkt so fröhlich, wer hätte gedacht,
dass ihre Bürger einst Böses gemacht.
Vor fast fünfhundertzwanzig Jahren
sind sie mit einem Pfarrer furchtbar verfahren:
als Ketzer haben sie Leonhard Kaiser verbrannt,
weil er zu gut mit Martin Luther bekannt.
 
 
Angekommen im Passauer Hafen
wir am Anleger 11 auf unseren Dampfer trafen.
Zwar war im Unterdeck für uns Platz reserviert,
doch sind wir sogleich nach oben marschiert.
Es wehte ein Lüftchen etwas kühl,
doch strahlende Sonne gab das Kreuzfahrtgefühl.
 
Hier in Passau, der Dreiflüssestadt,
die Donau den Inn aufgenommen hat,
dessen Grün noch von Schweizer Gletschern kündet,
eh’ er sich mit der Donau verbündet.
 
Aus dem Bayerischen Wald kommt die Ilz daher,
dunkelbraun, wie Waldboden ungefähr.
In der Mitte schimmert tatsächlich blau
wie oft schon besungen, die alte Donau.
 
Eine freundliche Stimme uns alles erklärt,
während der Dampfer donauabwärts fährt.
Wir hören von alten Legenden und Sagen,
an denen wir nicht zu zweifeln wagen.
 
 
Manch Hinweis auf Orte mit Betten für Gäste
auf jährlich veranstaltete tolle Feste,
auf Burgen und Schlösser und im Flusse ein Riff,
das alles erfahren wir auf unserem Schiff.
 
Stark beeindruckt hat mich ein altes Gemäuer
steil über dem Fluss, der Platz nicht geheuer.
Dort hauste einst ein armer Schneider,
er war kein Ritter, leider, leider.
 
Auch hatte der Arme damals kein Ross,
was ihn sicher sehr verdross.
Eine Ziege hielt er statt ’nem Rössl
in seinem kargen Schneider-Schlössl.
 
Die Ziege war schon lang hernieden
und ist dann eines Tags verschieden.
Der Schneider stand nun vor der Frage:
„Was mach ich nur in dieser Lage?
Der Boden ist so karg und steinig,
ein Grab, das grab ich nicht alleinig.
Das Beste wär’, ich dank der Guten
und übergebe sie den Fluten!“
 
Gesagt, getan: Er holte Schwung,
doch die Ziege mit ihrer Hörner Gabelung
erwischte bei seinem Tun den Schneider,
er konnt’ sich nicht halten und leider
stürzten sie beide den Felsen hinab
und fanden im Fluss ihr gemeinsames Grab.
 
Angeblich hört man täglich um zwei
der Ziege Gemecker und des Schneiders Schrei.
Wir waren zu früh dort, hörten keinen Ton,
glaubten aber der Dame vom Schiffsmikrofon.
 
 
In Engelhardszell gingen wir an Land,
das Kloster dort ist sehr bekannt.
Vor allem Produkte aus Engelhardszell,
zum Beispiel die Salbe aus gesundem Beinwell,
aber auch elf verschiedene Liköre – man höre,
sind berühmt für diesen Ort,
Touristen, wie wir, tragen fast alle was fort.
 
Die Rokokokirche wird sehr gepriesen,
in ihr sich zahlreiche Äbte ließen
nach ihrem Ableben mumifizieren.
Ich kann dafür keinen Beifall spendieren.
 
Da liegen sie nun in Särgen aus Glas,
für die Touristen ein makabrer Spaß.
Uli meinte zwar, die Mumien hätten gelächelt,
ich habe mir aber Luft zugefächelt,
und als ich eine Mumie sah, die das Bein angehoben,
da bin ich aus der Kirche gestoben. 
 
Die Rückfahrt nach Passau auf dem Fluss
war dagegen ein Hochgenuss.
Sanft glitt die Landschaft an uns vorbei,
wir erkannten inzwischen schon allerlei.
 
Und als wir dann Passau erkennen konnten,
wo sich alle Türme im Abendglanz sonnten,
da waren wir froh über den schönen Tag,
der nun leider schon wieder hinter uns lag.
 
 
Mittwoch, 22. September 2010 – Der 4. Tag
 
Am 4. Tag stand eine Wallfahrt auf dem Programm,
mit Kirchenbesuchen dann und wann.
In Kößlarn gegen Mittag wurde traurig bedacht,
dass unsere Wanderwoche schon Halbzeit gemacht.
 
Ein paar von uns – von der Stimmung durchdrungen –
haben prompt in der Kirche ein Danklied gesungen:
„Danke für diesen guten Morgen,
danke für jeden neuen Tag.
Danke, dass ich all meine Sorgen
auf DICH werfen mag.“
 
Die Wallfahrtswege waren steinig und breit,
allerdings nicht allzu weit.
Rechts und links der Wege gab’s hohe grüne Mauern.
In dieser Gegend lieben die Bauern
eine mannshohe Pflanze namens Mais
vor allem für den Nahrungskreis.
 
Je höher er wächst, desto mehr kommt in die Silos.
Das gibt dann verfüttert viele, viele Kilos
bei den Mastschweinen in den großen Ställen
und schließlich in den meisten Fällen
Riesenschnitzel und Leberkäse.
Das Ganze führt zur Gesundheitsmalaise.
 
Ganz schlaue Bauern lassen seit einigen Jahren
den Mais einfach in Raffinerien fahren.
Von dort wird der Ertrag aus ihrem Boden
als Bio-Sprit dann angeboten.
Die Hälfte des Erlöses geht für Kunstdünger drauf,
den der Mais benötigt im Jahresverlauf.
 
Ob ihre Böden diesen Raubbau vertragen,
das müssen sich diese Bauern fragen.
 
 
Donnerstag, 23. September 2010 – Der 5. Tag
 
Am 5. Tag ging’s in den Bayerischen Wald,
bei Viechtach gab es den ersten Halt.
Wer noch nicht wusste, was ein Geotop,
der wurde hier aufgeklärt, Gott Lob!
 
Hier kann man erkennen und genau erfahren,
wie vor unendlich vielen Jahren
aus der Erde tiefstem Grunde
- wie aus einem großen Schlunde –
Felsen in die Höhe stießen
und ihren Untergrund verließen.
Am südlichen Bayrischen Waldesrand
verläuft dieses seltsame Felsenband.
 
Und weil die Felsen wie Palisaden ausschau’n,
wie Pfähle von einem riesigen Zaun,
hat man das Ding den „Großen Pfahl“ genannt,
und so ist er in Niederbayern bekannt.
 
Den ganzen Wanderweg am Pfahl
laufen wir ein anderes Mal,
denn er misst zweihundertvierzig Kilometer,
und das schafft von uns nicht jeder.
 
Stattdessen führte unsere Fahrt in größere Höh’
zu einer Wanderung rund um den Arbersee.
Der liegt inmitten des dunklen Waldes,
und leider nahm Susi ein Bad, ein kaltes.
Es gab zum Glück auch einen sonnigen Strand,
wo Susi zurück in die Wärme fand.
 
In Arnbruck die Einwohner davon leben,
dass Touristen dort ihr Geld ausgeben.
Was konnten wir Rentner dort alles erwerben,
jetzt haben wir endlich was zu vererben,
denn selber brauchen wir meist nichts von den Dingen,
die uns im Laden zum Kauf wollen zwingen.
 
Lampen, Gläser, Tische, Stühle,
alles gibt’s in dem Gewühle,
Kissen, Bilder, Blumentöpfe,
Kerzen, Seife, alte Zöpfe,
Sonnenschirme, Badewannen,
Kupferkessel, Kaffeekannen,
alten Schmuck und neue Ringe,
hunderttausend andre Dinge
alles gab es hier in Menge.
Im Bus war es danach recht enge.
 
 
Freitag, 24. September 2010 – Der 6. Tag
 
Der nächste Tag ein Wandertag war,
die Sonne schien warm, es war wunderbar.
Wir wanderten bergauf, bergab,
der Weg war weit, ich machte schlapp.
 
Zum Glück kam Günter Wiesemann,
er und sein Bus nahmen sich unser an.
Beim Jägerstüberl unter schattigen Bäumen
ließ es sich noch einmal träumen
von den schönen Wegen, die wir gegangen,
seit unsere Reise angefangen.
 
Für den Abend hatte Uli den Xaver engagiert,
der zu eigener „Musi“ ganz ungeniert
mit tollen Späßen um sich warf,
und einige waren wirklich scharf.
  
Der alte Schlawiner hat manches geschildert,
was nur durch die bayerische Sprache gemildert.
Es hat uns trotzdem Spaß gemacht,
und einige haben sich schief gelacht.
 
 
 
Sonnabend, 25. September 2010 – Der 7. Tag
 
Kaum zu glauben, aber wahr,
das Wetter, das eine Woche lang wunderbar war,
verabschiedete sich an diesem Morgen,
und Uli hatte große Sorgen.
 
Denn die „Stadtführung im historischen Rahmen“
ließ ja eigentlich schon ahnen,
dass zu diesem Kunstgenuss
einfach die Sonne scheinen muss.
 
Sie ließ sich jedoch nicht einmal blicken,
wir mussten uns in unser Schicksal schicken,
standen vorm Passauer Rathaus im Regen,
und hofften noch auf himmlischen Segen.
 
Plötzlich kam ein Landsknecht angesaust,
am Barrett eine Feder, die leicht zerzaust,
mit erhobener Hellebarde fragte er:
„Wohin Ihr Leute, was ist Euer Begehr?“
 
Ich wollte Bescheid ihm geben und etwas sagen,
da fuhr er mich an: „Schweig stille, Weib, und lass das Fragen.
Merkt Euch gefälligst, in dieser Stadt
nur ein Mann etwas zu sagen hat.“
 
Er stellte jedoch ganz schnell klar,
dass es nicht einer alleine war,
der in Passau das Sagen hatte,
es stand noch ein zweiter stets auf der Matte:
 
In der Stadt unten residierte der Bürgermeister,
von Stund’ an Peter Söchting heißt er –
Hoch droben von der Burg hat Bruno regiert
und als Fürstbischof Beckenbach die Stadt drangsaliert.
Ja, ja – „P & B“ – das war ein Gespann,
man sieht ihnen die Strenge heut gar nicht mehr an.
 
Der Landsknecht erzählte nicht nur von diesen beiden,
er berichtete noch von guten und schlechten Zeiten
und schickte uns dann schließlich schnell
weiter in die Höll-
gasse, wo schon ein Pestarzt wartete
und die nächste Geschichte startete.
 
Im düsteren schwarzen Gewand
stand er dort an einer Wand.
Am Arm baumelte eine weiße Maske,
die zum unheimlichen Aussehen passte.
 
Er erzählte uns von armen Zeiten,
als die Passauer große Not mussten leiden.
Aber auch von riesigen Wassermassen,
die oftmals standen in den Gassen.
 
Als einstmals wütete die Pest
und Hunger gab den Menschen den Rest,
da kam auf der Ilz in einem Boot
eine Bäckersfrau und brachte Brot.
Sie reichte es an den Häusern in die Höh’,
und wer war die gute Fee?
Karin Rosowski –Backexpertin noch heut’,
war mit Körben voller Brot zur Hilfe bereit.
 
 
Der Pestarzt wusste das noch genau,
er erinnerte sich auch noch an die Frau,
die als erste ihren Hunger stillte:
und wies auf Karins Cousine, die liebe Berthilde.
 
Am Domplatz, das Treffen war perfekt,
erwartete uns der Architekt,
der einst die prachtvollen Bauten errichtete
und nun voller Stolz davon berichtete.
 
Ein schöner Mann, der Signore Darolo
zu seiner Zeit war er sicher nie solo.
Elegant, wie er seinen Federhut schwenkte,
geheimnisvoll manchmal die Stimme senkte,
wie er seine pompöse Statur
und die imposante Figur
in ihrer barocken Pracht
als Dombaumeister dargebracht.
 
Schließlich trafen wir Madame Mozart,
deren Kostüm besonders apart.
Die Krinoline wippte an ihrem Kleide,
das rosa war und aus schimmernder Seide.
Und dann erst die Perücke auf dem Kopf!
Das war fürwahr kein biederer Zopf.
 
Sie sprühte vor Zorn über der Herren Verhalten,
denen vereinbarte Termine einfach nichts galten.
Der Fürstbischof hatte wohl anderes Pläsier
und kein Interesse am Wolferl und dem Spiel am Klavier.
Er ließ die Mozarts einfach warten
und spielte vielleicht stattdessen Karten.
 
Frau Anna Maria konnte ihren Frust kaum bezähmen,
gingen ihnen doch flöten die Wiener Tantiemen.
Dort wartete der nächste Termin,
Wolfgang Amadeus musste dorthin.
 
Frau Mozart erzählte uns auch Interessantes,
dabei auch etwas äußerst Pikantes.
Einer der Kaiser aus jener Zeit
litt unter einem großen Leid.
Bereits zwei oder drei Frauen hatte er verschlissen,
den Nachwuchs musste er jedoch immer noch missen.
 
In Passau freite er dann eine junge Maid,
die ihm in aller kürzester Zeit
gleich 9 Mal Nachwuchs präsentierte,
der dann noch Jahrhunderte weiter regierte.
 
Der Vater, der im Alter noch solchen Schwung,
das war unser Wanderfreund Fritz Jung.
Und die junge Maid, die er gefreit,
die kennen wir schon seit einiger Zeit.
Inge Söchting ist der Name,
dieser zukunftsträchtigen Dame.
 
Zum Schluss unserer historischen Tour
uns noch eine Begegnung widerfuhr
mit einem frustrierten Schiffer vom Inn,
den die Bayern trieben in den Ruin.
 
Wir sausten dann vom Inn hinauf zum Dom,
dort präludierte der Kantor schon.
Ein Orgelkonzert vom allerfeinsten,
ein Genuss für die Großen (und auch die Kleinsten)
beschloss unseren Ausflug in diese Stadt,
die trotz Regen uns sich so schön gezeigt hat.
 
Auch unsere Bleibe in Griesbach war sehr schön,
das Essen gut, die Betten bequem.
Abend für Abend am Gästetische,
galt ’s zu vertilgen Fleisch und Fische,
Salate, Pommes und Gemüse,
und auch das Dessert, das süße.
Zufrieden konnten wir mit kühlem
Bier oder Wein hinunter spülen,
was wir so nach und nach verzehrt,
bevor wir wieder heimgekehrt.
 
Ich danke nun zum guten Schluss
Dir, Uli, für den Hochgenuss,
den diese Woche für uns brachte.
Und wenn ich alles recht betrachte,
geht es so sicher auch den andern,
weil wir so gerne mit Dir wandern.
 
Drum, Uli, fang schon einmal an,
mach’ für das nächste Jahr den Plan,
das Ziel such’ aus und organisiere,
Zeit und Kosten kalkuliere,
bestell den Bus, kannst sicher sein,
wir steigen alle wieder ein.
 
Ich bin am Ende meines Liedes –
es grüßt Euch herzlich
                                     Eure Fides
 
 
 
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